Antikes Griechenland

Antikes Griechenland – Navigation

  1. Vor- u. Frühgeschichte
  2. Die Antike
  3. Das Mittelalter
  4. Die Neuzeit

Viele Griechenlandurlauber interessieren sich bei ihrem Griechenland-Urlaub sicherlich auch für dessen Geschichte. Diese ist bei einem Wanderurlaub, einer Städtereise oder einer Sight-Seeing-Tour durch das schöne Griechenland überall zu entdecken. So lassen sich immer wieder Hinweise auf den geschichtlichen Hintergrund des Landes aufspüren. Interessierte Besucher können die Entstehung der Insel Kreta sowie des Festlandes von Griechenland anhand von Museen oder Bauwerken zurückverfolgen.

Die Griechenlandgeschichte ist zeitlich in vier grobe Abschnitte einzuteilen. Die Vor- und Frühgeschichte, die Antike, das Mittelalter sowie die Neuzeit.

Die Vor- und Frühgeschichte

Traditionell beginnt die frühe griechische Geschichte bei der minoischen Hochkultur, auch wenn die Minoer keine Griechen waren. Hierbei handelt es sich um die früheste europäische Hochkultur, dessen erste Spuren schon etwa 3.000 bis 2.500 v. Chr. auf der griechischen Insel Kreta auftraten. Ihre Hochzeit liegt jedoch etwas später in den Jahren 2.000 bis1.450 v. Chr. Der Name „minoische Kultur“ fällt auf den Namen des mythologischen Königs von Kreta „Minos“ zurück. Durch Ausgrabungen wurde diese Hochkultur erst im 20. Jahrhundert sichtbar gemacht. Für Griechenland-Urlauber ist diese noch durch zurückgebliebene bronzezeitliche Paläste, Ausschnitte der Architektur Griechenlands sowie in Teilen durch bestehende altägyptische Malereien einzusehen.

Im Jahre 1.450 v. Chr. ist das minoische Reich zerstört worden, vermutlich durch einen Tsunami, der durch einen Vulkanausbruch verursacht wurde. Dadurch wurde eine Ablösung durch die bronzezeitliche Hochkultur des Festlands, die der Mykener, ermöglicht.

Die Mykener waren die ersten echten Griechen in der gesamten Griechenlandgeschichte. Der Austausch zwischen minoischer und mykenischer Kultur lässt sich in etwa auf das Jahr 1.700 v. Chr. datieren. Den Namen erhielt diese Hochkultur nach der Burg Mykene, hier wurden bei Ausgrabungen sensationelle Funde gemacht. Die Paläste der Mykener wurden durch massive Befestigungsanlagen geschützt und die mykenischen Stämme teilten vermutlich das griechische Festland in kleine Fürstentümer ein.

Um die Zeit der großen Wanderung im Jahre 1.200 v. Chr. drang der Volksstamm der Dorer in den Raum des östlichen Mittelmeers ein. Ob kriegerisch, friedlich oder durch ein Erdbeben begünstigt ist bis heute noch umstritten. In jedem Fall wurden die Befestigungsanlagen rund um die Paläste der Mykener zerstört und die Hochkultur verschwand, ist in jedem Fall durch archäologische Methoden nicht mehr nachweisbar.

Hier beginnt die sogenannte „dunkle Zeit“, welche bis ca. 800 v. Chr. andauert. Aus dieser Epoche sind kaum aussagekräftige Nachweise auffindbar, was den Namen „dunkle Zeit“ erklärt. Die Phönizier haben den Untergang der mykenischen Kultur genutzt und sich als Vormacht im östlichen Mittelmeer etabliert. Anschließend trat Griechenland wieder als Hochkultur auf und der Übergang von der Bronze- zur Eisenzeit wurde vollzogen. Die Religion, die Schrift und die Sprache waren stark durch die Götter und Mythen der phönizischen und nicht mehr der mykenischen Kultur geprägt. Die phönizische Konsonanten-Schrift wurde durch die Griechen entscheidend weiterentwickelt, indem sie Vokale hinzufügten und damit das erste vollständig lautschriftliche und rein alphabetische Schriftsystem entstehen ließen. Reisende können diese bei ihrem Griechenland-Urlaub in vielen griechischen Museen einsehen.

Die Antike Griechenland

Antikes Griechenland - Antike Griechenland
Die Begrifflichkeit „antikes Griechenland“ schließt etwa den Zeitraum des 8. Jahrhunderts v. Chr. bis zum 146 v. Chr. ein. Dieser Zeitraum lässt sich erneut in drei Abschnitte unterteilen, die „arabische Zeit“ von 750 bis 500 v. Chr., die „griechische Klassik“ von 500 bis 336 v. Chr. und die Zeit des „Hellenismus“ von 336 bis 146 v. Chr.

Im Anschluss an das „dunkle Zeitalter“ der griechischen Geschichte stand die arabische Zeit, welche durch die Entstehung des griechischen Stadtstaats, Poleis oder auch Polis genannt, gekennzeichnet ist. Es kam zu großen Kolonisationen des Mittelmeerraums und des Schwarzmeergebiets. Ebenso wurden Tochterstädte gegründet und im Land formierte sich ein neues Staatssystem, dessen Ausbildung spätestens schon etwa 1.050 bis etwa 700 v. Chr. beginnt. Die Polis (der Stadtsaat), wurde die vorherrschende Staatsform. Durch den Adel, der immer mehr Einfluss gewann, wurde die Königsherrschaft nach und nach zurückgedrängt und verschwand zu einem Großteil. Es entstanden Oligarchien und die Bevölkerung war immer stärker an der Regierung und am politischen Leben beteiligt. Dieser Mitbestimmungsgrad war jedoch von Stadt zu Stadt unterschiedlich. Die Rechtsgleichheit, also das System der Demokratie, trat jedoch erst in der klassischen Zeit auf. Für die Bildung vieler Kolonien gab es verschiedene Gründe. Zum Beispiel litt das Land an Überbevölkerungen, was Sicherung von Handelswegen und innenpolitischen Gegensätzen und Unruhen innerhalb der Städte führte.

Auf dem griechischen Festland kam es zu Kriegen zwischen den einzelnen Poleis, wie zum Beispiel zwischen den Argos und den Sparta, um eine Vormachtstellung. 640 v. Chr. gelang es den Sparta eine dominante Stellung einzunehmen und zur Militärmacht Griechenlands zu werden. Etwa um 550 v. Chr. gründete Sparta dann den peleponnesischen Bund und festigte damit seinen Herrschaftsanspruch. Es drohte jedoch immer wieder ein Machtwechsel, wo gegen sich die Sparta energisch wehrten.

Der antiken griechischen Welt war ein Nationalgefühl im modernen Sinn bekannt. Jede noch so keine Polis bemühte sich ihre eigene Autonomie zu bewahren, wodurch Krieg im antiken Griechenland zum Normalzustand wurde. Das Gemeinschaftsgefühl wurde beispielsweise durch Ansammlungen aus politischen oder religiösen Gründen widergespiegelt.

Auf die arabische Zeit Griechenlands folgt die griechische Klassik, welche durch Auseinandersetzungen mit Persern sowie späteren Kämpfen um die Vorherrschaft zwischen Athen und Sparta geprägt ist. Der Beginn der Klassik Griechenlands ist vor allem durch den ionischen Aufstand (ca. 500 bis 494 v. Chr.) gekennzeichnet, welcher zu einem Konflikt zwischen Griechenland und den Persern führte. Athen siegte und konnte die Zeit für eine Aufrüstung nutzen. Bei einer Entscheidungsschlacht zehn Jahre später konnten die Griechen die zahlenmäßig überlegenen endgültig Perser besiegen und daraufhin Mitte des 5. Jahrhunderts die attische Demokratie gründen.

Um das Jahr 404 v. Chr. konnte Sparta Athen im peleponnesischen Krieg schlagen. Seine Vorherrschaft konnten das spartanische Volk jedoch nicht aufrechterhalten und wurde 371 v. Chr. in der Schlacht von Leuktra vernichtet. Kurzzeitig führte die Militärmacht Philipp II von Makedonien aus der Stadt Thebens das Land an, welcher jedoch 336 v. Chr. ermordet wurde.

Darauf folgt der letzte Zeitabschnitt in der Antike Griechenlands von 336 bis 146 v. Chr. Dieser steht für die Eroberung Alexanders des Großen sowie für die Verbreitung der griechischen Kultur im gesamten Mittelmeerraum und darüber hinaus und wird „Hellenismus“ genannt.

Der Sohn des mächtigen Philipps II, Alexander, setzte die ehrgeizigen Pläne seines Vaters in die Tat um und besiegte die Perser, um dann nach Indien vorzustoßen. Nach Alexanders Tod im Jahre 323 v. Chr. bildeten sich hellenistische Großreichen, die aber gegenüber den griechischen Poleis nur eine untergeordnete Rolle spielten und die Kultur der Griechen verbreitete sich bis nach Indien.

Darauf folgten Kämpfe unter den griechischen Klein- und Mittelmächten und gegen Makedonien, Im zweiten Makedonisch-Römischen Krieg (200 bis 197 v. Chr.) wurde Makedonien endgültig geschlagen und wurde römische Provinz. Dem zu folge wird das Ende des Hellenismus 146 v. Chr. durch die Einfassung des restlichen Teils Griechenlands in das römische Reich datiert. Als im Jahre 30 v. Chr. auch die letzte große Macht des Hellenismus von den Römern eingenommen wurde, war die unabhängige politische Geschichte des antiken Griechenlands beendet.

Das Mittelalter

Etwa um das Jahr 630 n. Chr. wurde die griechische Sprache zur alleinigen Amtssprache des byzantinischen Reichs, das griechisch dominierte Kaiserreich im östlichen Mittelmeerraum. Dieses liegt heute außerhalb der griechischen Grenzen am Bosporus. Kurz danach um das Jahr 650 n. Chr. wurde Griechenland bis zum Peloponnes, eine Halbinsel im Süden des griechischen Festlands, von slawischen Stämmen beherrscht, konnte aber in der darauf folgenden Zeit vom byzantinischen Reich zurückerobert werden.

Etwa im 10. Jahrhundert gelang es den Bulgaren die Stadt Nikopolis zu erobern und kurz danach im Jahre 978 n. Chr. drangen sie auch in Thessalien und Larissa ein. Nach einem erfolgreichen Kampf erlitten sie jedoch beim Rückzug eine entscheidende Niederlage. Auch die sizilianischen Normannen versuchten im 11. Jahrhundert Griechenland zu bedrohen. Sie eroberten Durazzo und Korkyra, wurden dann jedoch besiegt. Gleichzeitig wurde jedoch Thrakien von einem türkischen Volk, den Petschenegen, überfallen

Neben diesen Bedrohungen Griechenlands ist das Mittelalter durch die Zeit der Kreuzzüge gekennzeichnet. So zogen erst im Jahre 1147 die Ritter des zweiten Kreuzzuges durch das byzantinische Gebiet und plünderten sowohl Theben als auch Korinth. Außerdem kündigte der deutsche König Heinrich VI im Jahre 1197 an in Griechenland einzufallen. Durch Zahlungen konnte sich Griechenland jedoch der Gefahr entziehen. Im 11. und 12. Jahrhundert war es im Land etwas ruhiger und Städte konnten wachsen und wurden wohlhabender. Im vierten Kreuzzug im Jahre 1204 wurde das Land unter den Kreuzfahrern aufgeteilt. Die meisten Städte konnten jedoch in den darauf folgenden Jahren zurückerobert werden. Viele der restlichen Reiche wurden durch Todesfälle oder Erbschaften bis zum Jahre 1435 zurück an die Griechen gegeben.

Griechenland ist seit dem frühen Mittelalter durch seine Religion und Schrift eng mit dem russisch-slawischen Raum verbunden. Die russisch-orthodoxe Kirche hat ihre Wurzeln in der byzanthinisch/griechisch-orthodoxen Kirche. Deshalb gibt es besonders in Russland und der Ukraine viele griechisch-othodoxe Kirchengemeinden. Wer sich also für griechische und russische Kultur interessiert, sollte weiter nach Osten z.B. nach Russland und die Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion schauen.

Die Neuzeit

Bedingt durch die Eroberung Konstantinopels im Jahre 1453 gehörte ein Großteil des griechischen Sprachraums vierhundert Jahre lang zum Osmanischen Reich. Auch die Insel Morea und weitere griechische Inseln wurde durch einen Krieg ab 1686 zu türkischem Grund. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts führte der Machtzerfall des Osmanischen Reiches, der Einfluss der Französischen Revolution und die Entstehung der neuen Bildungsschicht von Kaufleuten und Fernhändlern zur Bildung von Nationalbewegungen in Griechenland mit dem Ziel der Unabhängigkeit Griechenlands und der Vorbereitung des Freiheitskampfes.

Im März 1821 begann dann die Griechische Revolution gegen das Reich der Osmanen. Zahlreiche Inseln waren bald wieder im Besitz der Griechen und am 7. April 1821 wurde Athen eingenommen. Im nächsten Jahr schon entstand eine Nationalversammlung, die provisorische Verfassung wurde verabschiedet, die Unabhängigkeit proklamiert und eine Regierung eingesetzt. Politische sowie militärische Kämpfe setzten ein. Zahlreiche Nationalversammlungen wurden gegründet bis schließlich im Jahre 1827 eine endgültige Verfassung entstand und das erste Staatsoberhaupt des freien Griechenlands gewählt wurde. Nach dessen Tod 1831 wurde Otto I. als König Griechenlands ernannt. Griechenland war Monarchie und sollte es bis 1974 bleiben. Der damals neu gegründete Staat umfasste nur einen Bruchteil des heutigen Staatsgebiets und nur etwa ein Drittel der griechischen Bevölkerung des Osmanischen Reichs. Die Anhänger strebten nach einer Vereinigung aller griechischer Teile und diese Idee war vom späten 19. Jahrhundert bis zum 20. Jahrhundert die Grundlage der Außenpolitik Griechenlands.

Durch gewaltsame Vertreibungen der nationalen Minderheiten in Griechenland und der Türkei fand ein Bevölkerungsaustausch statt. Die Bevölkerungsgruppen innerhalb der griechischen Staatsgrenzen zerbrachen und die „Große Idee“ ebenso. Doch nach dem zweiten Weltkrieg 1947 erlangte Griechenland die restlichen Inselgruppen zurück. Doch diese Änderung der Zusammensetzung führte zu argen sozialen Problemen sowie Engpässen auf dem Arbeitsmarkt.

1974 wurde beim Zusammenbruch der Militärdiktatur die „politische Wende“ einberufen, was zur Rückkehr der Demokratie in Griechenland führte. Seid diesem Jahr herrscht in Griechenland eine relativ politische Ruhe. Neben Gründungen von Parteien und Wahlkämpfen geht die wirtschaftliche Situation des Landes bergauf. Einen erheblichen Aufschwung konnte Griechenland im Jahre 2004 erfahren, wodurch ein Griechenland-Urlaub immer attraktiver geworden ist. Trotz dass Griechenland einst als Auswanderungsland galt, entwickelte es sich in den letzten 15 Jahren eher zum Einwanderungsland. Immer mehr Ausländer leben in Griechenland oder Griechen kehren vermehrt in ihre Heimat zurück. So wächst auch die Tourismusbranche stetig und lockt zahlreiche Urlauber auf die Inseln sowie das Festland Griechenlands.